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Kunstexkursion nach Stuttgart zur Weißenhofsiedlung am Killesberg und dem Europaviertel

08. November 2018

Am Dienstag den 6.11. unternahmen die Kunstschüler der Klassen 9a und 9b eine Architekturexkursion nach Stuttgart.
Die 1927 auf dem Stuttgarter Killesberg errichtete Weißenhofsiedlung war unser erstes Ziel. BK901.jpg

Sie ist eines der wichtigsten Zeugnisse für die Kunst des „Neuen Bauens“ in Deutschland. Dieses Architekturensemble ist einzigartig und eine Grundlage für das Verständnis heutiger Architektur.
Von ursprünglich 25 Gebäuden sind heute noch 15 erhalten und stehen unter Denkmalschutz.
UNESCO-Weltkulturerbe sind die beiden Häuser des Architekten Le Corbusier, in denen ein Museum eingerichtet ist.

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Die Schüler waren erstaunt, wie modern die beinahe 100 Jahre alten Gebäude mit ihren Flachdächern wirken. Auch die Innenausstattung und die dazu entworfenen Möbel sind bis heute aktuell. Darunter der berühmte „Freischwinger MR“, ein Stuhl, der von Mies van der Rohe entworfen wurde.
Bei der fast zweistündigen großen Führung erhielten wir sowohl in den Häusern, als auch bei einem Rundgang in der Siedlung tolle Einblicke in die Entwicklung einer freitragenden, flexiblen Bauweise, die die Grundlage moderner Architektur bildet.

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Das während des Nationalsozialismus abfällig benannte „Araberdorf“ beeindruckt mit seinen hellen Häusern, mit klaren Formen und tollen Details. Der Blick bis ins Neckartal, über Stuttgart und zum Fernsehturm ist von der Dachterrasse des Corbusierhauses einfach fantastisch.

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Danach fuhren wir mit dem Bus zur Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänderplatz, die von dem koreanischen Architekten Eun Young Yi geplant und 2011 eröffnet wurde.

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Das Gebäude steht im Europaviertel auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Stuttgart und ist ein bemerkenswerter monolithischer Bau, bestehend aus Beton und mattem Glasbaustein, den der Architekt wie folgt beschreibt:
„In dieser harten, äußeren Hülle verbirgt sich eine transparente, leichte Glashülle. So entschält sich das Gebäude räumlich nach innen wie eine Zwiebel. Und im tiefsten Inneren begegnet man einem negativen Monolithen – ein absolut geometrischer, geordneter, weißer Raum als vollkommener Kubus, der durch ein zentrales Oberlicht erhellt wird.
Auch dieses Gebäude erkundeten wir vom innersten Kern und erstiegen dann die Dachterrasse von der man einen grandiosen Rundblick über die Innenstadt Stuttgarts hat.

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Unter anderem ist auch das Hotel- und Appartmenthochhaus Cloud No.7 zu sehen, in dem die Schüler einen bekannten You-Tuber, Inscobe 21 vermuteten. Mit 61 Metern Höhe und 18 Stockwerken ist das Cloud No. 7 das höchstgelegene innerstädtische Wohnhaus Stuttgarts. Es wurde von den Berliner Architekten Grüntuch Ernst geplant und ist seit Anfang des Jahres bezugsfertig.
Architektur zum Anfassen und erleben, Alt gegen Neu und deren Verbindung sehen, das war spannend und anregend, vielleicht auch für eigene Ideen und Arbeiten im Kunstunterricht.
Man darf gespannt sein, was sich daraus entwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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